Interview mit Petra Kochen

Ein Interview mit dem Vorstand der Gemeinnützigen Stiftung Gabriele Fink.

Interview mit Petra Kochen

Sie repräsentieren die Gabriele Fink Stiftung, einen der Kooperationspartner im Projekt „Kulturschule Hamburg 2011-2014“. Die Gabriele Fink Stiftung fördert das Projekt maßgeblich und engagiert sich sowohl in der Projektentwicklung wie in der konkreten Projektarbeit.
Was bedeutet das Programm „Kulturschule Hamburg 2011-2014“ für Ihre Stiftung?


"Das Projekt „Kulturschule Hamburg 2011-2014“ ist das erste größere Projekt, das die Gabriele Fink Stiftung als Ideengeber und Initiator auf den Weg gebracht hat."


Warum haben Sie sich gerade dieses Projekt ausgesucht?


"Unsere Stifterin Gabriele Fink war selbst Sonderschullehrerin. Ihre Grundeinstellung und speziell die Erfahrungen mit der Sonderschulpädagogik haben ihren Wunsch, eine Stiftung zu gründen und ihr eine bestimmte Ausrichtung zu geben, maßgeblich beeinflusst. Stiftungszweck ist folgerichtig die nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände von sozial benachteiligten, kranken und behinderten Kindern."


Wie setzt das Projekt den Stiftungszweck um?


"Mit unserer Stifterin sind wir davon überzeugt, dass Bildung maßgeblich über die Lebensqualität von Kindern entscheidet. Bildungschancen sind Lebenschancen. In unserem Projekt kommt ein weiterer Baustein dazu, der ebenfalls zu den Grundwerten der Gabriele Fink Stiftung gehört: die Verbindung von Bildung und Kultur."


Welche Rolle spielt Kultur im Bildungsbereich?


"Wir glauben daran, dass die Teilhabe an Kultur Kindern ein ästhetisches Erfahrungsfeld eröffnet, das sich unmittelbar auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, ihres Selbstbewusstseins auswirkt. Mit Teilhabe meine ich, künstlerische Leistungen anderer zu rezipieren und selbst künstlerisch aktiv zu sein."


Was können die Schulen und Lehrer dazu beitragen?


"Wir möchten, dass Schulen Kulturorte werden. Schulen sollen ihren Unterricht so verändern, dass alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft Kontakt zu Kunst und Kultur bekommen – in der Schule und außerhalb der Schule. Theater, Museen, Bibliotheken und Kulturzentren sollen ebenso als Partner gewonnen werden wie Künstler und andere Kreative."


Wo sehen Sie bei der Projektarbeit Ihre Aufgaben?


"Zum einen versuchen wir, immer wieder mit Ideen zum Gelingen des Projekts beizutragen. Wir bieten motivierende und inspirierende Veranstaltungen für Lehrer und Schüler an, regen Fortbildungsmaßnahmen an und entwickeln Beratungsangebote. Zum anderen setzen wir unsere guten Kontakte zur Hamburger Kulturszene ein. Dazu kommt die tägliche Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern, der Schul- und der Kulturbehörde."


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen?


"Da sind wir ganz unbescheiden: Wir möchten mit unserem Projekt einen nachhaltigen Beitrag zur Schulentwicklung in Hamburg leisten. Dafür brauchen wir Rückenwind vom Hamburger Senat und das Engagement von allen am Projekt Beteiligten: den Schülern, Schulleitern, Lehrern und Eltern, den Kulturschaffenden und natürlich unseren Partnern, der Schul- und der Kulturbehörde."


Was motiviert Sie selbst?


"Durch unser Projekt bin ich bei vielen Veranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern dabei und staune immer wieder darüber, wie Kinder über sich hinauswachsen, ihre Ängste überwinden und sich von ihrem manchmal grauen Alltag befreien können. Dann weiß ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind."


Ich danke Ihnen für das Gespräch.
Das Interview führte Herr Jürgen Beißner.