Interview mit Werner Frömming

Ein Interview mit einem Mitglied der Steuergruppe Kulturschule

Interview mit Werner Frömming

Lieber Herr Frömming, Sie repräsentieren die Kulturbehörde, einen der Kooperationspartner im Projekt „Kulturschule Hamburg 2011-2014“. In Ihrer Funktion als Referatsleiter für den Bereich Kinder- und Jugendkultur haben Sie umfängliche Erfahrungen in dem Feld „kulturelle Bildung“ und engagieren sich seit Jahren für Maßnahmen, die Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Kunst und zu kultureller Bildung ermöglichen.
Was bedeutet das Programm „Kulturschule Hamburg 2011-2014“ für Sie/für Ihre Institution?


"Große und kleine Kultureinrichtungen in Hamburg haben eine wache Aufmerksamkeit entwickelt, um Kinder und Jugendliche auf die Auseinandersetzung mit künstlerisch-ästhetischer Praxis neugierig zu machen. Die Begegnung mit kulturellem Erbe bleibt so nie abstrakt, sondern konkretisiert sich im Sinne forschenden Lernens in vielfältigen Figuren kreativer Eigentätigkeit und Erfahrung im kulturellen Feld. Vor dem Hintergrund des aufwachsenden Ganztages ist es aus meiner Sicht nahe liegend, dieses Bildungspotential mit den umfassenden Strukturen von Schule zu verknüpfen."



Sie haben bereits 2005 das Pilotprogramm „Pilotschule Kultur“ mit initiiert.
Welche Zielsetzungen und Schwerpunkte waren mit dieser Pilotphase verbunden? Wie stehen die beiden Projekte zueinander?


"Mir war wichtig, über die ambitionierte Projektarbeit einzelner Lehrerinnen und Lehrer hinaus mit der Pilotschule Kultur einen strukturellen Impuls zur kulturellen Schulentwicklung zu formulieren. Insoweit war die Grundidee, motivierte Teams an Schulen in der Erforschung und Ausdifferenzierung des kulturellen Feldes zu unterstützen und längerfristig wirksame, curriculare Strukturen hinsichtlich kultureller Bildungsarbeit an Schulen zu verankern, auch in der Pilotschulphase bereits angelegt und wirkt bis heute nach. Ich freue mich, mit den Kulturschulen 2011 – 2014 diesen Erfolgskurs weiterentwickeln und vertiefen zu können. Hamburg ist damit auch in der inzwischen bundesweit geführten Debatte um kulturelle Schulentwicklung / Kulturschule ein wichtiger Partner." 



Worauf haben Sie bei der Konzeptentwicklung für das Projekt „Kulturschule Hamburg 2011-2014“ besonders geachtet?


"Auf die Verankerung von Kulturarbeit in Leitbildern und curricularen Strukturen habe ich bereits hingewiesen. Wir werden die darauf bezogenen Prozesse der Schul- und Teamentwicklung aufmerksam beobachten. Natürlich ist mir mit Blick auf die Kulteinrichtungen und -akteure dieser Stadt wichtig, dass sich Schule öffnet und Kultureinrichtungen als außerschulische Lernorte einbindet. Diese Kooperationsbeziehungen brauchen - auch im Sinne der Qualitätssicherung - unsere besondere Aufmerksamkeit, da sich unterschiedliche Zielsysteme berühren."



Wie sieht der Arbeitsalltag/der Schulalltag an einer dieser „neuen“ Kulturschulen aus?


"Das Lern- und Arbeitsklima der ganzen Schule hat sich verändert. Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Umgang mit und in den Künsten werden im Unterricht, auch in den nichtkünstlerischen Fächern positiv wahrgenommen. Schule hat sowohl für Kinder, Jugendliche als auch deren Eltern aus ganz unterschiedlichen kulturellen und sozialen Milieus eine neue Qualität und Attraktivität entwickelt."



Abschließender Kommentar, abschließende Wünsche/Gedanken:


"Ich habe angesichts der vielfältigen Erwartungen, die an Schule gestellt und öffentlich mehr oder weniger qualifiziert diskutiert werden großen Respekt vor Mut und initiativem Engagement der beteiligten Schulen. Ihre Erfahrungen werden ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung einer anregungsreichen, kulturellen Bildungslandschaft in Hamburg sein. Der Gabriele Fink Stiftung bin ich sehr dankbar, dass sie diesen wichtigen kultur- und bildungspolitischen Diskurs so engagiert unterstützt."


Das Interview führte Frau Ruth Schütte.